DEC Inzell » Mit vollem Risiko – Gabriel Groß will bei Olympia überraschen

»Die Chancen sind natürlich gering – aber ich werde alles probieren«: Das verspricht Gabriel Groß vom DEC Inzell für seinen Start bei den Olympischen Spielen in Mailand. Der 21-Jährige betont: »Bei Olympia zählen eigentlich nur die ersten Drei – und deshalb werde ich es zumindest versuchen, da zu landen.«

Nach dem Weltcup in Hamar (Norwegen) »sind wir schon mit vollem Risiko in die Trainingsperiode rein.« Anschließend habe er das Rennen in Inzell als »Trainingslauf« bestritten. Das gelang gut: Als Vierter der B-Gruppe war er sogar schnellster Deutscher vor Fridtjof Petzold (Crimmitschau), der in der A-Gruppe Rang neun erkämpft hatte.

Das deutsche Team habe zunächst einen Rad-Lehrgang auf Mallorca absolviert. »Das war intensiv. Aber es war auch schön, zum Teil am Strand entlang zu fahren, das war gut für die Seele.« Die hatte das auch nötig, denn die folgende Vorbereitung kostete viel Kraft. »Da mussten mich zeitweise sogar unsere Mädels ein paar Runden führen.«

In der Max-Aicher-Arena fand sich Groß im 5000-m-Wettkampf wieder gut alleine zurecht – und konnte damit seine bislang so erfreuliche Saison erfolgreich fortsetzen. »Ich hatte so einen starken Winter nie erwartet. Denn die letzte Saison war stark von Krankheiten geprägt.«

Bereits zum Weltcup-Auftakt hatte Groß in Salt Lake City (USA) mit 6:06,76 Minuten einen neuen Deutschen Rekord aufgestellt – und dabei als Dritter der B-Gruppe die siebtbeste Zeit an diesem Tag überhaupt abgeliefert. Der Ruhpoldinger, der in Berlin in seiner Trainingsgruppe gute Voraussetzungen hat, »weil ich auch nur fünf Minuten von der Halle entfernt wohne«, ist in dieser Saison ganz allgemein »All in« gegangen. Er habe ein angestrebtes Studium (Sportökonomie) verschoben und vorwiegend auf den Rhythmus »essen, schlafen, trainieren …« gesetzt, »weil es ein Olympia-Jahr ist.« Dafür, dass alles so gut geklappt habe, empfinde er »eine große Dankbarkeit.«

Nun geht es für ihn und das Team um die Regeneration. Nach zwei freien Tagen wird noch in Deutschland etwas trainiert, am kommenden Samstag geht’s nach Mailand. Dort hofft Groß auf einen vorderen Platz – gelingt dies, könnte seine »große Dankbarkeit« für diese Saison noch größer ausfallen … Walter Hohler

Quelle: Traunsteiner Tagblatt