DEC Inzell » »Diese Mädchen sind unsere Zukunft«

Beachtliche Ergebnisse erreichten die DEC-Läuferinnen in den Einzelrennen. Anna Ostlender wurde über 1000 Meter in 1:18,22 Minuten Neunte. Über 500 Meter (39,54 Sekunden) kam sie auf den 11. Platz. „Ich war sehr glücklich über die Medaille im Team-Sprint. Insgesamt hat es Spaß gemacht und war eine gute Erfahrung. Mit den 500 Metern war ich nicht zufrieden, weil einfach der Start nicht geklappt hat. Die 1000m waren ganz in Ordnung, aber  in der zweiten Runde ist mir einfach die Puste ausgegangen“, gibt Anna Ostlender offen zu.

Die von Claudia Pechstein betreute Ashley Völker sicherte sich über 3000m den 9. Platz, im Massenstart wurde sie gute Sechste. Knapp an einer Medaillen schrammte sie in der Team Verfolgung vorbei. Zusammen mit Melissa Schäfer und Marlen Ehseluns sprang der undankbare vierte Rang heraus. „Die Stimmung war sehr gut. Es lag vielleicht daran, dass wir mit voller Frauen-Power durch die Wettkämpfe geführt wurden“, sagte Ashley Völker. Denn als Team-Leaderin und gleichzeitig Trainerin war Claudia Pechstein gemeinsam mit ihren Kolleginnen Tatiana Kraus und Gunda Niemann-Stirnemann dabei.
Für Völker war es die erste Europameisterschaft bei den Senioren  – und es wartete starke internationale Konkurrenz auf sie. „Bei den 3000m bin ich mutig gestartet und konnte auf dem schwer zu laufendem Eis nahe an meine Bestzeit kommen“ berichtete die 21-Jährige. Beim Team Pursuit ging es in neuer Besetzung und begrenzter gemeinsamer Vorbereitung zu einer guten Leistung.
„Im Massenstart war es von Anfang an ein viel schnelleres und längeres Rennen, als ich es von den Neo-Weltcups gewohnt bin, weil da nicht zehn sondern sechzehn Runden gelaufen werden. So konnte ich meine Ausdauer gut nutzen und am Ende einen starken sechsten Platz erzielen“ freut sich Ashley Völker. Sie habe ein gutes Gefühl gehabt, erinnert sich die 21-Jährige. Schließlich stand Inzells Stützpunkt-Trainerin an ihrer Seite. „Wir sind ein gutes Team und werden gemeinsam an unseren Zielen arbeiten“. kündigte sie an.

Isabel Kraus überzeugte bei ihrem Debüt bei einer Senioren- EM nicht nur mit dem Gewinn der Medaille, auch die Einzelstrecken schlug sie sich wacker. Die 1500m absolvierte sie auf Rang 12 in 2.02,92 Minuten. Über die Medaille sagte sie: „Wir haben nicht damit gerechnet. Vor allem war das mein erstes mal, dass ich einen Sprint bei den Senioren gelaufen bin. Deshalb war ich auch sehr aufgeregt. Außerdem sind wir das erstmals in dieser Konstellation gelaufen“, betont die 20-Jährige. Darum gingen ihr vor dem Rennen einige Gedanken durch den Kopf. “ Anna und Katja sind auch Sprinter, wobei ich ja die Mittelstrecke laufe. Deswegen war es für mich eine Herausforderung, am Start mit ihnen mitzukommen. Vor dem Lauf haben wir uns als Ziel genommen, sicher über die Runden zu kommen, ohne Risiko und Stürze. Das haben wir auch geschafft“. freut sich die junge Sportlerin und fügte hinzu: „Für mich war das eine super Erfahrung. Das erste Mal die EM und generell nach meiner langjährigen Knie-Reha, habe ich jeden einzelnen Moment geschätzt.“

Katja Franzen kam auf den Einzelstrecken über 500m auf den Rang 13 und über 1000m erreichte sie den 14. platz. „Für mich kam die Qualifikation für die EM unerwartet. Umso größer war die Freude, dass ich dieses Jahr noch einmal international starten durfte“, freute sich die 36-Jährige. Ein ganzes Jahr hatte sie in ihrer neuen Trainingsgruppe in Kanada an ihrer Technik gearbeitet und konnte die Veränderungen aus dem Training gut umsetzen. „Im Wettkampf gelingt das unter Druck aktuell noch nicht immer wie gewünscht“, stellte Franzen fest. Deshalb arbeitet sie intensiv mit einem Sportpsychologen zusammen. Überrascht war sie davon, dass sie sich neben den 500m auf für die 1000m qualifizieren konnte. Im Mittelpunkt stand aber der Team Sprint: „Die Medaille zusammen mit meinen Vereinskolleginnen Anna und Isabel war eine tolle Belohnung für die harte Arbeit“ freut sie sich. „Ich hoffe, das ich beim Weltcup in Inzell wieder im Team-Sprint antreten darf.

Josephine Heimerl ging nur über 1000m an den Start und erreichte den 13. Platz. „Es war eine sehr gute Europameisterschaft. Unser junges Team war sehr motiviert“, lobt die verantwortliche Trainerin Tatiana Kraus. „Wir werden behutsam arbeiten, damit sich da was entwickelt“, ergänzt Kraus.

Die EM habe ein sehr hohes Niveau gehabt, die meisten Nationen waren mit ihren Top-Teams angereist. Zur Leistung von Anna Ostlender meinte sie: „Sie hat alles versucht und ist in die erste Phase der Rennen gut hineingekommen. Dann allerdings war sie sehr angespannt. Sie hatte zuletzt viele Wettkämpfe. Jetzt werden wir uns in Ruhe auf den Weltcup in zwölf Tagen in Inzell vorbereiten“, blickt Kraus voraus.

SHu