DEC Inzell » Eitrems Weltrekord und starke DEC-Läufer begeistern die Fans

Ein Weltrekord, mehrere neue Bahnrekorde und starke Leistungen der meisten deutschen Teilnehmer mit einem Podestplatz für Sprinterin Sophie Warmuth (ESC Erfurt): Der Eisschnelllauf-Weltcup in Inzell bot hochkarätigen Sport. Dass aber der Norweger Sander Eitrem am Samstag vor ca. 1500 Fans mit 5:58,52 Minuten über 5000 Meter sogar einen neuen Weltrekord in der Max-Aicher-Arena hinlegen würde, kam gänzlich unerwartet. Es war der erste Einzelstrecken-Weltrekord in Inzell seit knapp 40 Jahren! Geir Karlstad (Norwegen) hatte am 16. Februar 1986 die 10 000 Meter in 14:12,14 Minuten absolviert.

»Wir wussten zwar, dass wir schnelles Eis haben – aber eine Zeit von unter sechs Minuten ist einfach sensationell«, zeigte sich Heike Kogler beeindruckt. »Die Stimmung in der Halle war ohnehin gut – aber der Weltrekord hat die Zuschauer komplett begeistert.«

Die Eisschnelllauf-Abteilungsleiterin des DEC Inzell konnte sich zudem über zahlreiche gute Leistungen der DEC-Sportler freuen. Für Begeisterung sorgte dabei Maira Jasch über 3000 Meter: Sie gewann das Rennen der B-Gruppe und stellte mit 3:58,98 Minuten eine persönliche Bestzeit auf. Besser noch: Nur Ragne Wiklund (Norwegen/3:54,74 Minuten) mit neuem Bahnrekord sowie Joy Beune (Niederlande/3:56,96) waren schneller als die 20-Jährige.

»Ich bin sehr glücklich, dass ich die vier Minuten unterbieten konnte. Schade ist nur, dass ich nicht in Calgary so schnell gelaufen bin, da hätte ich die Olympia-Qualifikation für die 3000 Meter schaffen können. Umso mehr war ich überrascht, dass ich es über 5000 Meter geschafft habe.«

Große Vorfreude
auf die Teamverfolgung

Vor Saisonbeginn »hatte ich zwar die Olympia-Qualifikation schon im Blick, aber ich habe mir da nicht zu viel Druck gemacht. Dass es geklappt hat, ist umso schöner.« Zumal Jasch auch in der Teamverfolgung mit dabei ist. »Das ist ein sehr attraktiver Wettbewerb. Ich weiß zwar nicht, wie wir da einzuschätzen sind – aber im Training haben wir hier mit unserem Lauf die Konkurrenz anscheinend ganz schön beeindruckt.« Für Jasch und ihre Teamkolleginnen gibt es nun »zwei Tage Erholung zu Hause, anschließend geht es nach Berlin – und am Samstag fliegen wir nach Mailand.«

In ihrer Mannschaft wird unter anderem Lea Sophie Scholz (TSV Mylau) sein. Über 1500 m »wäre ein Platz in den Top 15 toll, aber der Fokus liegt auf dem Team. Wir sind in den vergangenen Wochen im Training immer besser geworden. Ich denke, dass wir uns mit den USA und Kanada einen Kampf um Bronze liefern können.«

Über 3000 Meter konnten auch Melissa Schäfer (ESC Erfurt/4:08,66) und die 21-jährige Lokalmatadorin Ashley Völker (4:10,47) zufrieden sein – beide stellten persönliche Bestleistungen auf. Schäfer jubelte: »Das war perfekt, ich habe mich um gut vier Sekunden verbessert. Schon die erste Saisonhälfte war richtig gut. Da habe ich mich über den Weltcup bei den Neo-Senioren letztlich für die EM der Erwachsenen und den Weltcup hier in Inzell qualifiziert. Schön, dass ich genau zu diesen beiden Saisonhöhepunkten meine Bestleistung abrufen konnte«, so die 20-Jährige.

Kraus freut sich über
»riesige Erleichterung«

Isabel Kraus vom DEC wurde über 1000 m in neuer persönlicher Bestzeit von 1:17,81 Minuten Zwölfte – und strahlte. »Es lief super. Das ist normal nicht meine Strecke. Die 1500 Meter am Tag zuvor waren auch sehr gut«, freute sich die 20-Jährige. Noch wichtiger aber: »Ich war drei Jahre lang verletzt und hatte Probleme mit dem Knie. Jetzt fühlt es sich wie eine riesengroße Erleichterung an.« Nur zwei Hundertstelsekunden hinter Kraus kam Lokalmatadorin Josephine Heimerl ins Ziel. »Ich bin insgesamt schon zufrieden, ich war auf dieser Strecke schon lange nicht mehr so schnell. Bis nach 600 Metern lag ich sogar auf Kurs für eine persönliche Bestzeit – aber auf der letzten Runde ist mir die Kraft ausgegangen.«

Die 25-Jährige war am Sonntag über 500 Meter »sehr zufrieden. Das war seit langem mal wieder eine gute Zeit – ich war fast fünf Zehntelsekunden schneller als am Freitag und nah an meiner Bestleistung dran. Es ist aber auch ein Luxus, bei diesen perfekten Eisbedingungen zu laufen«, lobte sie die Eismeister.

Etwas geknickt war Anna Ostlender: »Ich bin am Start fast hingefallen. Das hat mich die Zeit und die Konzentration gekostet, um heute in der B-Gruppe unter die Top Drei zu laufen.«

Ostlenders Form
»für Olympia passt«

Dennoch habe sie gespürt: »Die Form für Olympia passt, ich bin mit der Vorbereitung völlig zufrieden.« Die 23-Jährige wird in Mailand über 1000 Meter antreten.

Nachdem die 1000 Meter (1:19,24 Minuten) für Katja Franzen vom DEC »nicht mein Tag« waren, jubelte sie nach ihrem zweiten 500-m-Lauf: »Es wird immer besser – und ich freue mich schon auf den Teamsprint.« In diesem lief die 36-Jährige gemeinsam mit Heimerl und Ostlender. »Wir haben früher viele Jahre gemeinsam trainiert und uns zuletzt gemeinsam auf das Rennen vorbereitet«, sagte Heimerl. Das wird cool.« Und so war es dann auch: Das DEC-Trio überraschte mit einem 3. Platz.

»Cool« war zudem für Sophie Warmuth ihr 500-m-Lauf am Sonntag: Nach ihrem Sturz am Freitag – »ich habe mich mit den Kufen im Eis verhakt« – wurde die Erfurterin sensationell Zweite. »Das gibt mir natürlich Selbstsicherheit für Olympia«, jubelte sie. Und das galt für viele deutsche Teilnehmer…⋌who

Quelle: Traunsteiner Tagblatt