DEC Inzell » Erste Olympische Spiele: Gabriel Groß, Anna Ostlender und Maira Jasch zeigen sich zufrieden

Anna Ostlender bezeichnet sportlich ihre Olympia-Erfahrung als solide. Die Sprinterin startete über 1000 Meter (21. Platz) und über die 500 Meter (27.). »Natürlich wünscht man sich bei Olympischen Spielen diesen einen perfekten Lauf, aber auch wenn es nicht der ’supergeile‘ Lauf war, den ich mir erträumt habe, konnte ich unheimlich viel lernen. Olympische Spiele sind einfach nochmal eine andere Bühne. Ich nehme viele Erfahrungen, Emotionen und Motivation für die kommenden Jahre mit«, sagte die 23-Jährige.

Für die ehemalige Inline-Skaterin ist das olympische Flair auf jeden Fall etwas Besonderes. »Allein zu wissen, dass man Teil dieses Events mit Athleten aus aller Welt ist, ist beeindruckend. Die Stimmung, die Organisation, die Aufmerksamkeit, man spürt einfach, dass es Olympische Spiele sind. Besonders das Zusammensein mit dem Team und mit den Sportlern aus anderen Nationen merkt man, welche Bedeutung diese Spiele haben.« Auch außerhalb der Eishalle gelang es Ostlender, etwas von der Metropole in Nord-Italien zu sehen: »Ich war in Mailand unterwegs, habe mit Familie und Freunden Zeit verbracht und die Atmosphäre dort genossen. Das war ein schöner Ausgleich zum Wettkampf und hat das Ganze nochmals besonders gemacht«, freute sie sich.

»Ich habe gesehen, was möglich ist«

Maira Jasch war bei ihrer ersten Teilnahme an olympischen Spielen sehr zufrieden. Die 20-Jährige lief über 5000 Meter auf den achten Platz und ließ einige Top-Läuferinnen hinter sich. Im Massenstart kam sie auf den 17. Rang, wobei sie im Halbfinale mit Rang neun das Finale nur um einen Rang verpasste. »Ich bin hier bei den Spielen in guter Form gewesen und konnte meine Leistung abrufen. Mir ist der Anschluss zur Spitze gelungen. Ich habe gesehen, was möglich ist und werde in den kommenden vier Jahren darauf hinarbeiten, um ganz nach vorne zu kommen«, sagte die 20-Jährige.

Nachdem die Eishalle meistens komplett gefüllt gewesen ist, war das für die Sportler auch motivierend. »Es hat super gepusht, vor so einem tollen Publikum zu laufen«, betonte Jasch. Schade war, dass alles so weit verbreitet gewesen ist und hier in Mailand halt nur die Eissportarten sind«, erzählte sie weiter. Gerne hätte sie nämlich eine andere Sportart besuchen wollen. »Das war etwas schade, denn das hätte ich gerne gemacht.« Das olympische Dorf hatte hingegen die perfekte Größe. »Also nicht zu groß, sodass man alles leicht zu Fuß erreichen konnte. Es gab viel Schönes zu entdecken und zu erleben im Dorf. Und ich habe viele Pins gesammelt«, so die Sportlerin. Die Athleten tauschen unter einander Anstecker.

Für Gabriel Groß waren die Spiele etwas Besonderes, schließlich kam zu seinem 5000-Meter-Rennen extra sein Vater Ricco angereist. Er sah einen ausgezeichneten zehnten Platz seines Juniors. »Ich bin mit meiner persönlichen Leistung nicht unzufrieden. Ich denke, das war einer der besten Läufe meiner Karriere. Natürlich ist da noch Luft nach oben. Aber ich denke, ich habe auch noch etwas Zeit in meiner Karriere, diese Mängel zu beheben. Darüber hinaus darf die Berliner Trainingsgruppe stolz auf die Leistung sein, die sich dank der Trainer Alexis Contin und Tatiana Kraus so stark entwickelt hat.«

Der 20-Jährige freut sich, diese Erfahrung gemacht zu haben. »Dankbar bin ich den zahlreichen Menschen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben. Das ist ein riesiges Privileg in meinem Leben und das machen zu dürfen, schätze ich als sehr wertvoll. In einem Wort heißt das Dankbarkeit«, sagte Groß.

Besuch von anderen Events nicht möglich

Zu anderen Events ist er wie die meisten seiner Kollegen nicht gekommen: »Wer fertig war, ist für die Trainingsgruppe da gewesen und hat sie unterstützt. Allerdings bin ich am Ruhetag einmal durch Mailand gekommen.« Zum olympischen Dorf meinte er: »An und für sich ein schönes Dorf, es hat mir gut gefallen. Wobei ich Nudeln mit Bolognese für die nächste Zeit erst mal nicht mehr essen kann«, lachte er.

Die Trainerin der drei Olympioniken, Tatiana Kraus, zeigte sich zufrieden und meinte, dass sich die Debütanten gut präsentiert haben. »Man darf nicht vergessen: Zum ersten Mal dabei zu sein, das ist echt ein Wahnsinn. Da ist sehr viel los, es ist viel Aufregung. Maira mit einem Top-8-Ergebnis und Gabriel mit einem Top-10- Platz war echt prima. Bei Anna kann man nicht so vergleichen, weil die 1000 Meter mehr Sportler laufen. Jetzt heißt es, weiter in die Zukunft schauen und für den nächsten Vier-Jahre-Zyklus vorbereiten.« SHu